Die vierte Konferenz in Johannesburg

Das vierte Hearing der iF Design Foundation fand vom 23. bis 25. Februar 2020 in Johannesburg statt. Als Kooperationspartner konnte das Greenside Design Center gewonnen werden.

Die 26 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wirken derzeit in 11 Staaten (Libanon, Nigeria, Ghana, Südafrika, Nigeria, Namibia, Botswana, Kenia, Zimbabwe, Du-bai sowie Indien). Sie repräsentieren Designpraxis als angestellte und selbständige Designer, Lehre und Theorie in Hochschulen, Vernetzung und Planung in staatlichen Behörden und Berufs- verbänden sowie Management und Beratung. Die fürs Design charakteristische interdisziplinäre Zusammenarbeit zeigt sich an den verschiedenen Tätigkeitsfeldern der Teilnehmerinnen und Teilnehmer (Wirtschaft, Verwaltung, Organisationsentwicklung, Social Entrepreneurship sowie Design mit den Schwerpunkten Kommunikation, Produkt, Textil, UX und Interior).

Im Vergleich zu den vorigen Hearings in Gmund (mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Europa), Pasadena (USA) und Kyoto (Asien) lag ein besonderer Themenschwerpunkt auf dem Verhältnis des Design zur Gemeinschaft. Dabei spielt u.a. die Beziehung des Design zu traditionellen Praktiken in afrikanischen und indischen Kulturen eine wichtige Rolle. Design wird vielfach als Folge der Kolonialisierung durch westliche Industriegesellschaften wahrgenommen, in deren Mittelpunkt das Individuum als autonomes Subjekt einer versachlichten Gesellschaft steht.

Einen zweiten Schwerpunkt bildete die Diskussion über afrikanische kulturelle Konzepte wie das sog. innere Auge (die Beobachtung, dass der händischen Ausfühung und Sichtbarmachung eines Entwurfs die innere Vorstellung vorausgehen muss, wobei sich diese Fertig- keit auf jene Fähigkeit stützt) oder die Rede von der sog. Weisheit traditioneller, anonymer Artefakte in Abgrenzung zur unbestrittenen Dummheit vieler industrieller Produkte.

Mit dem Hearing in Johannesburg wurde diese Reihe planmäßig abgeschlossen. Die iF Design Foundation wird der interessierten Öffentlichkeit im Frühjahr 2021 die Dokumentation und Auswertung der gesamten Studie in einer zwei-sprachigen (dt./engl.) Buchveröffentlichung zur Verfügung stellen.

Demgegenüber wird in afrikanischen und indischen Kulturen oftmals eine höhere Rolle der Gemeinschaft und der Natur als materielle und spirituelle Lebensgrundlage dargestellt. Dieser Hinweis erschien insbe- sondere unter der Perspektive anregend, dass gegenwärtig in der internationalen Debatte Aspekte wie Nachhaltigkeit und Kooperation eine herausragende Aufmerksamkeit erhalten. So wurde darüber diskutiert, inwiefern der westlich dominierte Designdiskurs für die zukünftige Entwicklung von solchen Traditionen lernen kann.

Statements unserer Experten

Dr. Mugendi K. M’Rithaa

Saki Mafundikwa

Dr. Vikki Du Preez

Sam Nii Adjaidoo

Chrissa Amuah

Marcel Rossouw

Conrad Gonsalves

Lani Adeoye

Sanotsh Kshirsagar

Felix Ofori Dartey

Robin Turner

Siyanda Mbele

Angus Donald Campbell

Desmond Laubscher

Juliet Kavishe

Alex Simm

Onica Lekuntwane

Peter Ekanem

Unsere Experten