Die dritte Konferenz in Kyoto Japan

Die dritte Konferenz wurde in Kooperation mit dem Kyoto Institute of Technology (KIT) durchgeführt.

Die 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Japan, Singapur und Europa repräsentierten ein breites Spektrum der verschiedenen Anteile aus der Designpraxis: kleinere Studios und große Unternehmen (z.B. Sony, Canon, Yamaha, Hitachi), Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Führungspositionen des Managements und Selbständige, Berufserfahrene und Berufsanfänger sowie unterschiedliche Disziplinen neben den traditionellen Designfeldern (Wirtschafts- und Ingenieurwesen, Mode, Kunst, Ethnologie).

Wie zuvor, so drehten sich auch diesmal die Diskussionen um signifikant unterschiedliche Themenschwerpunkte, verglichen mit den beiden ersten Hearings im bayerischen Gmund und im kalifornischen Pasadena.

Ein Teil der Diskussionen thematisierte die Praxis von Design als ästhetisches Ausdrucksfeld für das, was heute gebraucht wird. Dazu wurde auch die moralische Dimension gezählt, einerseits mit der kulturellen Tradition angemessen umzugehen und andererseits für künftige Generationen verantwortungsvoll zu handeln. Der Platz von Design wurde im Spannungsfeld von Kunst, Handwerk, Industrie und post-industrieller, digitaler Produktion von Gerätschaften und Botschaften definiert. Im Zentrum dieser Debatte steht der japanische Begriff »Kogei«, der nur unzureichend mit Kunsthandwerk oder folk art übersetzt werden könnte. Hierbei wird an Design der Anspruch gerichtet, die Erfahrungen und »Weisheit« der Generationen, die in traditionellen Gütern des täglichen Gebrauchs gespeichert sind, behutsam in die Zukunft zu überführen.

Ein weiterer Teil der Gespräche betraf die unterschiedlichen Kontexte, mit denen das Design vielfältig verwoben ist. Diese Kontexte sind gleichzeitig Veränderungen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Intensitäten unterworfen. Das gilt z.B. für die Anspruchsgruppen in Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. Es gilt auch für örtliche Dimension (lokale, nationale und internationale Zusammenhänge). Nicht zuletzt betrifft es die Rollen, die den Designern von außen zugeschrieben werden und die sie für sich selbst entwerfen: als Spezialisten oder Generalisten, als avantgardistische Visionäre oder pragmatische Übersetzer bei der Entwicklung sinnvoller und wertvoller Angebote.

Das abschließende Hearing in dieser Reihe findet vom 23. bis 25. Februar in Johannesburg statt. Die iF Design Foundation führt dieses Hearing in Kooperation mit dem Greenside Design Center College of Design (GDC) durch. Daran werden Teilnehmer aus Indien und vielen afrikanischen Staaten teilnehmen und voraussichtlich die Debatte um zusätzliche Positionen bereichern.

Statements unserer Experten

Prof. Daijiro Mizuno
Kyoto Institute of Technology
Design Researcher

Dr. Mitsuhiko Nagata
Nagata Office

Dr. Henriette Cornet
Principal Investigator TUMCREATE LTD
Singapore

Tomohiko Hirata, CEO
Ziba Tokyo

Asami Sasaki
Softdevice Inc.

Feilang Tseng
ROOTS Company

Yoshifumi Ishikawa
Advisory Director
Senior General Manager Canon Design Center

Prof. Sushi Suzuki
Kyoto Institute of Technology

Unsere Experten