Die zweite Konferenz in Los Angeles

Das zweite Hearing der iF Design Foundation wurde in Kooperation mit dem ArtCenter College of Design durchgeführt.

Das zweite Hearing der iF Design Foundation wurde in Kooperation mit dem ArtCenter College of Design durchgeführt. 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den USA und Europa haben sich dafür im kalifornischen Pasadena östlich von Los Angeles getroffen. Wie schon beim ersten Hearing, so wurde auch für diesen Austausch der Expertinnen und Experten großer Wert auf eine möglichst breite Diversität gelegt. Zu den Gästen zählten weibliche und männliche Angehörige verschiedener Designhochschulen, Absolventinnen und Absolventen, Senior und Junior Designer, Designmanager (Amazon, Google, IBM …) und Entrepreneure.

Die Diskussionen drehten sich um signifikant unterschiedliche Themenschwerpunkte, verglichen mit dem ersten Hearing im bayerischen Gmund.

In Kalifornien standen zuerst Fragen der Struktur und Organisation der Designlehre im Vordergrund. Dies ist als Spiegel des Bildungssystems in den USA zu sehen, weil universitäre Bildung dort im Wesentlichen nicht als gemeinschaftliche Aufgabe einer Gesellschaft gesehen werden, sondern als private Angelegenheit. Gute und beste Qualifikationen in Hochschulen sind deshalb meist an hohe Studiengebühren gekoppelt. Dadurch ist der Zugang vieler Personengruppen zum Designstudium strukturell erschwert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entwickelten alternative Organisationsformen für Designhochschulen, die gewährleisten sollen, dass genau diejenigen Talente, die von den Hochschulen gesucht und gebraucht werden, auch ihren Weg dorthin finden können. Dazu zählten auch Überlegungen, die Digitalisierung des Bildungswesens als Potenzial für die Diversifizierung der Studierenden zu nutzen.

“We have to be proactive about AI (KI). We have to prepare students for AI: Machine age is over, it’s all about asking (the right) questions.“

Chris Do, Founder of TheFutur, design school

“Nobody knows, where AI will lead us but we have to do everything to deve- lop a new set of ethics for AI.“

Sheppard Nasahn,
Head of Global Customer Experience Design, Amazon

Ein zweiter Schwerpunkt, der in dieser Breite und Tiefe nicht in Deutschland zur Sprache kam, ist der Impuls von Big Data und Künstlicher Intelligenz (KI). Es war für alle Teilnehmer*innen offensichtlich, dass dadurch die Designpraxis bereits substanziell verändert ist und weiter verändert wird. Über die ethische Bewertung der Folgen dieser Entwicklung entstand eine breite Diskussion. Damit ging der Austausch unterschiedlicher Positionen zur Frage einher, welche Konsequenzen sich daraus für die Designlehre ergeben. Während Kritiker des Einsatzes von KI dem Transfer in die Designhochschulen skeptisch gegenüber standen, plädierten Befürworter von KI für eine tiefgreifende Anpassung der Designlehre an den Status Quo in der digitalisierten Wirtschaft.

Die Breite des Spektrums der vorgetragenen Positionen lässt auf eine weitere Bereicherung der Debatte durch das dritte Hearing hoffen, welches in Kyoto vom 28. bis 30. November 2019 durchgeführt wird. Die iF Design Foundation ist dann zu Gast im Kyoto Institute of Technology (KIT).

“AI is the biggest transformation in human history. AI is happening anyhow and now!“

David Townsend, Chiefdesigner, Data and AI, IBM

“How can we teach our students to become literates in software, when we as teachers don’t understand it?“

Andy Ogden, ArtCenter

Statements unserer Experten

Sheppard Nasahn,
Head of Global Customer Experience Design, Amazon

Andrea Ruggiero,
Parsons School of Design | New York

Mariana Prieto, Innovation Leader, Wildlife Conservation, Former IDEO.org | Los Angeles

Chris Do,
Founder of TheFutur, design school